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Das Gran Teatro della Fenice fuenf Verdi-Opern erlebten hier ihre Urauffuehrung: Ernani, Attila, die erste Version von Simon Boccanegra, Rigoletto und La Traviata, dazu kamen Rossini-Opern wie Tancredi und Semiramide, Vincenzo Bellinis I Capuleti e i Montecchi und Ruggero Leoncavallos La Bohme. Die italienische Erstauffuehrung von Wagners Rienzi ging hier ebenso ueber die Buehne wie die erste Auffuehrung des Ring des Nibelungen in Italien. Auch in der zweiten Haelfte des 20. Jahrhunderts war der Premierenertrag mit Igor Strawinskys The Rakes Progress (1951), Benjamin Brittens The Turn of the Screw (1954), Sergej Prokofiews Feuriger Engel (1955), Luciano Berios Allez-Hop! (1959) und Luigi Nonos Intolleranza (1960) und Prometeo (1984) hoch. Und das sollte alles mit einem Schlag zunichte gemacht worden sein? Es ist schon etwas Seltsames um dieses venezianische Theater, das Einheimische wie Opernfreunde in aller Welt liebevoll La Fenice nennen etwas von einen doppelten Mythos: Der Vogel Phoenix, der sich selbst verbrennt, um aus der Asche als Symbol der ewigen Erneuerung wieder aufzuerstehen, und das nach ihm benannte Opernhaus, das viele fuer das schoenste der Welt gehalten haben und das seit seiner Eroeffnung im Jahr 1792 zweimal voellig niederbrannte. Nach dem ersten Brand in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 1836 wurde das Theater es stand damals noch an einem anderen Ort in knapp einem Jahr am Campo San Fantin nach den originalen Plaenen von Tommaso und Giambattista Meduna wiedererrichtet dort, wo es heute (wieder) steht und wo viele Jahre lang eine verrusste Fassade an jenen Brand erinnerte, der in der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 1996 das Gebaeude erneut bis auf die Grundmauern vernichtete. Am 14. Dezember 2003 fast auf den Tag genau 167 Jahre nach dem ersten Brand wurde das Gran Teatro della Fenice mit einem von Riccardo Muti geleiteten Festkonzert wiedereroeffnet. Diesem Ereignis folgten sieben weitere Konzerte mit illustren Namen von Christian Thielemann und Mariss Jansons bis Elton John. Den Schlusspunkt setzte das hier vorliegende Neujahrskonzert unter Lorin Maazel mit Ausschnitten aus Opern von Giuseppe Verdi, Gioachino Rossini und Amilcare Ponchielli. Ein coup de thtre, denn dieses Ereignis wurde vom Fernsehsender Rai Uno direkt uebertragen, was von vielen als Herausforderung an die Wiener Philharmoniker empfunden wurde, deren traditionelles Neujahrskonzert 2004 zudem von Riccardo Muti dirigiert wurde. Danach wurde das Fenice wieder fuer fast ein Jahr geschlossen. Die wenn man so will richtige Wiedereroeffnung folgte im November 2004 mit Giuseppe Verdis La Traviata, jener Oper, die hier am 6. Maerz 1853 ihre Urauffuehrung erlebte. Warum es in der Nacht des 29. Januar 1996 zu dem verheerenden Brand kam, scheint inzwischen auf seine banalen Ursachen zurueckgefuehrt: Ein Elektriker, der eine Strafe wegen Nichteinhaltung eines Arbeitstermins befuerchtete, wollte einen kleinen Kabelbrand vortaeuschen, um die Verspaetung der Arbeiten plausibel zu machen. Die Geschichte des Wiederaufbaus ist viel weniger leicht zu erzaehlen. Nach dem Brand von 1996 gab es fuer die Venezianer keinen Zweifel: Ein Wiederaufbau (mit buehnentechnischen Verbesserungen) wurde angepeilt, kein Neubau, der das alte Theater in der Sprache der modernen Architektur interpretieren wuerde. Schon am Tag nach dem Brand gab der Philosoph und damalige Buergermeister Massimo Cacciari jene Parole aus Comera e dovera (Wie es war und wo es war) , die zum ersten Mal 1902 beim Einsturz des Campanile am Markusplatz verkuendet worden war. Anfangs schien alles auf eine rasche Loesung zuzusteuern. Von einer Wiedereroeffnung im Jahr 2000 war die Rede, man schrieb einen internationalen Wettbewerb aus und beauftragte im Herbst 1997 eine italienische Firma mit den Bauarbeiten. Dann freilich verfing sich der Elan in den Gerichtssaelen. Ein Rechtsstreit zwischen den konkurrierenden Bauunternehmen legte den Wiederaufbau fuer ganze sechzehn Monate lahm, ehe die Arbeiten im Sommer 1999 wiederaufgenommen werden konnten. Nun wurde der 15. Februar 2002 als Datum der Wiedereroeffnung genannt. 2002 wurden die Baufirmen erneut ausgewechselt, ehe es gelang, das Theater bis zum Dezember 2003 zumindest konzertfertig zu stellen. Bevor Riccardo Muti dann mit dem Fenice-Orchester am 14. Dezember die Eroeffnungsfeierlichkeiten einleitete, fand schon zwei Tage vorher eine Art inoffizielle Wiedereroeffnung statt: Bei der Genera
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